Das Dorf

Ein echtes toskanisches Dorf zwischen Lucca und Pisa

Orentano ist eine frazione (ein Ortsteil) von Castelfranco di Sotto und liegt im flachen, grünen Land der Provinz Pisa — Weinberge, Olivenhaine und Pappelreihen, mit Lucca, Pisa und den Hügeln von San Miniato in jeweils einer halben Autostunde. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird das Dorf 848 n. Chr., als sich seine Hirten, Bauern und Aalfischer dem Abt von Sesto unterstellten — doch Orentano ist kein Museumsdorf: Es ist ein ruhiges, bewohntes Dorf, in dem das Jahr in Sagre (Dorffesten), Kirchenfesten und dem winterlichen Carnevale dei Bambini gemessen wird.

Ein Bauernhaus-Eingang in der corte Brogi mit gestreiftem Vorhang, Steinpflaster davor und Feldern dahinter
Ein Hauseingang in der corte Brogi — die gestreifte tenda hält die Fliegen draußen und die Kühle drinnen. Dieses Foto wurde ausgewählt, um die Toskana auf der Expo Milano 2015 zu vertreten. Photo: Tiziana Vergari

Die Geschichten des Dorfes

Dorfleben heute

Die vier Rioni

Wappen von BorgovalleWappen von La SelvaWappen von PaduleWappen von La Sughera

Das Dorf ist in vier Rioni (Viertel) geteilt — Borgovalle, La Selva, Padule und La Sughera — jedes mit eigenen Farben, Wappen und Gemeinschaften. Wenn du in den Straßen Fahnen in Violett, Schwarz-Gold, Grün oder Rot siehst, weißt du jetzt, wer dort wohnt.

Das Dorf, das auf sich selbst aufpasst

Ein Dorf mit ~1.500 Einwohnern und eigenem Rettungsdienst: die Croce Bianca di Orentano, eine freiwillige pubblica assistenza, 1985 gegründet und seit 1990 eigenständig. Rund 100 Freiwillige halten zehn Fahrzeuge im Einsatz — Krankenwagen, Sozialtransporte, Zivilschutz und Waldbrandbekämpfung — von der Via della Repubblica 4 aus, und jeden Juli kochen sie beim Fest Sorsi e Morsi in Piazza für das ganze Dorf. Das sagt viel darüber, wie dieser Ort funktioniert.

Das Dorf auf Papier

Orentano schreibt über sich selbst. Diese lokalen Bücher — dieselben hinter dem täglichen Dorfquiz auf Orentano News — sind die Vertiefung, wenn du Italienisch liest:

  • Dizionario della Toponomastica Orentanese · Savino Ruglioni, 2022

    Das Wörterbuch aller Ortsnamen im und um das Dorf — Straßen, Corti, Felder und Familien, vom Mittelalter bis heute.

  • Il Tesoro dell’Orcino · Sergio Nelli & Savino Ruglioni, 2002

    Die Geschichte vom legendären Schatz des Räubers Orcino — die Legende, für die das Dorf 1959 seine eigene Piazza umgrub.

  • 25 Anni di Carnevale · Ente Carnevale dei Bambini

    Das Jubiläumsbuch des Karnevals: wie aus der Idee eines Pfarrers 1956 die größte Tradition des Dorfes wurde.

Außerdem im Dorfregal:

  • Orentano e Villa Campanile dal XVI al XX secolo · Savino Ruglioni, 1998
  • Orentano, antico piccolo borgo in un vasto mondo · Enrico Casini, 2002
  • Lido Duranti. Vita di un partigiano ucciso alle Fosse Ardeatine · Claudio Biscarini e Savino Ruglioni, 2002
  • Orentano. Un paese, un popolo, una chiesa · Savino Ruglioni, 2004
  • Paese mio. Ricordi di personaggi locali scomparsi · Manrico Mazzoni, 2006
  • Orentano 1907-2007. Cento anni del campanile ed altri eventi · Enrico Casini, 2007
  • The American Dream in Orentano · Enrico Casini, 2013
  • Orentanesi nella Grande Guerra · Savino Ruglioni e altri, 2018

Lokale Veröffentlichungen — frag im Dorf nach, wenn du ein Exemplar suchst.

Wann kommen?

Der Sommer ist Sagra-Saison — lange, von Freiwilligen organisierte Festabende unter den Platanen. Der Spätwinter gehört dem Carnevale dei Bambini, dem Kinderkarneval, den das Dorf seit 1956 auf die Beine stellt — erdacht vom Gemeindepfarrer, der fand: Wenn Viareggio und Rio einen Karneval haben können, dann Orentano auch. Es gibt insgesamt fünf Maskenumzüge, an den Sonntagen vor Faschingsdienstag (die Termine wandern jedes Jahr mit Ostern) und am Martedì Grasso selbst, wenn das Fest mit Feuerwerk und der Verbrennung des Testone endet, der riesigen Strohfigur des Karnevals. Der November ist Zeit der Olivenernte und der Ölmühlen (frantoi) im Umland; der Frühling gehört Spaziergängen und Radtouren auf den flachen Wegen zwischen den Höfen.

Zu jeder Jahreszeit gilt: Schau zuerst, was gerade los ist — fällt eine Sagra oder ein Dorffest in deinen Aufenthalt, ist der Abend gerettet.